Die Stadt Putlitz
eine der ältesten
Städte der Prignitz.
ein Putlitzer Bilderbuch
Die erste urkundliche Erwähnung einer slawischen Burg gab es bereits
946, König Otto I. stattet das
von ihm begründete Bistum
Havelberg u.a. mit Burg und
Burgbezirk „Pochlustin“ aus.
Im Zuge der Landnahme nach
dem Sieg über die Wenden
wird 1179 der Ritter Johannes
Gans aus der Altmark mit der
Burg und den Ländereien belehnt, seither gilt Putlitz als Stammsitz des
mächtigsten Zweiges der Familie Gans, die auch als Gründer der Stadt
Putlitz gelten, welche zunächst aber eher als eine dörfliche Siedlung neben
der Burg existierte. Bis zur Reformation ist der Bischof von Havelberg
Territorial- und Oberlehnsherr der Herrschaft (Terra) Putlitz, die damit im
Gegensatz zu anderen Prignitzstädten Mediatstadt ist. 1259 wird Putlitz
als Pfarrort erwähnt und
1543 erhält Putlitz das
Marktrecht. In der Geschichte
der Stadt gibt es mehrere
große Brände, im Jahr 1638
wird die Stadt durch ein Feuer
vollkommen zerstört und ist
anschließend auch als Folge
des Dreißigjährigen Krieges für
einige Jahre unbewohnt. 1652 kommt es durch Neusiedler aus Sachsen,
Hannover und Holstein zu einem Neuanfang. Im Jahr 1700 leben wieder
ca. 600 Menschen in Putlitz, 1718 wird die letzte Hinrichtung ausgeführt.
1734 entsteht eine Schule. 1885 gibt es laut Meyers Konversations-
Lexikon 1852 evangelische Einwohner.
Am 4. Juni 1896 wird die Bahnlinie von Putlitz nach Pritzwalk eröffnet, im
Jahr 1911 folgt die Kreisringbahn Putlitz – Berge – Perleberg und 1912
die Verbindung Putlitz – Suckow. Die Strecke von Putlitz nach Berge wird
allerdings seit 1969 nicht mehr bedient.
Putlitz nach Pritzwalk
eröffnet, im Jahr 1911 folgt
die Kreisringbahn Putlitz –
Berge – Perleberg und 1912
die Verbindung Putlitz –
Suckow. Die Strecke von
Putlitz nach Berge wird
allerdings seit 1969 nicht
mehr bedient. Auch der
Fahrbetrieb zwischen Pritzwalk und Putlitz wurde eingestellt.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwüsten wieder mehrere Brände die
Stadt, so dass man seither auf die Errichtung von Fachwerkhäusern
verzichtete. Seit 1921 gibt es in Putlitz elektrischen Strom und 1926 wird
die Badeanstalt eingeweiht, 1962 wird das Wasserwerk eröffnet. 1995
wird Putlitz an das Erdgasnetz angeschlossen.
„Putlitz opfert Ackerland und bekommt einen
18 Hektar großen Solarpark“
Habt Ihr die Sendung vom RBB über Putlitz
verpasst? Dann könnt Ihr hier schauen was da
alles so passiert ist.
Viel Spaß beim zuschauen………..
Herrmann Graebke wurde im Kalandshaus in der Schulstraße 5 in
einer alteingesessenen Lenzener Familie als Sohn eines Lehrers
geboren.
Graebke besuchte nach der Schulzeit die Lehrerseminare in
Potsdam und Charlottenburg und war von 1853 bis 1865 in
Putlitz als Lehrer tätig.
Von 1866 bis zu seinem Tode war er Lehrer in Berlin. Dort
gründete er einen Verein zur Pflege des Plattdeutschen , der sich
„de Upgow stellt het, de plattdütsch Sprok to hegen un to plegen,
damit se nich verloren geiht.“ Seine meist in Mundart
geschriebenen Werke zeigen seine Verbundenheit mit der
Landschaft seiner Heimat und ihrer Bewohner.
Sein Grab befand sich auf dem Evangelischen Karlshorster und
Neuen Friedrichsfelder Friedhof in Berlin-Karlshorst.
Er ist Autor des Prignitzliedes Mien Prignitzland.
In Pritzwalk ist eine Straße nach ihm benannt.
Mien Prignitzland
Wo de Elwstrom geiht,
dörch dat Land sich dreiht
Haogel, Löcknitz, Steppnitz un de Doss‘,
wo so wunnerschön
Heid‘ un Wischen blöhn
un up saftig Weid werrd fett de Oss:
Ach, dat schöne Land
is mien Heimaotland,
is mien leev,
mien herzleev Prignitzland.
Wo nääbn Weitenland
sick hentreckt de Sand
un in’n Fichtenwald de Heester schreit,
dörch daen Eikenwald
Dag un Nacht luud schallt,
wat de Nachtigall allns singen deit:
Ach, dat schöne Land
is mien Heimaotland,
is mien leev,
mien herzleev Prignitzland.
Wo mien Weeg het staohn,
ick in d‘ School bün gaohn,
mien leev Öllern sick hemm plackt un
plaogt,
so naoh plattdüütsch Oort,
jedwer hölt sien Woort
un sien Noot daen leeven Herrgott klaogt:
Ach, dat schöne Land
is mien Heimaotland,
is mien leev,
mien herzleev Prignitzland
Text: Hermann Graebke (um 1900)
Die Prignitz Historisch